Frau cremt Arm von Baby ein

Hautveränderungen an der Säuglings- und Babyhaut

Hautveränderungen an der Säuglings- und Babyhaut

Dr. Pleimes schaut lächelnd in die Kamera

Dieser Beitrag wurde von Dr. Pleimes, Facharzt für Kinderheilkunde, Dermatologie und Allergologie, verfasst.
Erfahre hier mehr über Dr. Pleimes.

 

Da die Haut eines Babys noch sehr empfindlich ist, kann es schneller zu Hautveränderungen kommen. Trockene, gerötete und irritierte Hautstellen sind somit keine Seltenheit. Es kommt zum Beispiel zu roten Punkten um den Mund, Pickeln im Gesicht, einem wunden und juckenden Baby Popo oder roten trockenen Stellen am Körper. Worum es sich bei diesen Hautveränderungen handelt und was Du dagegen machen kannst erfährst Du in diesem Beitrag.

Du bist unsicher wie Du Dein Baby richtig reinigen und pflegen sollst? Dann lies diesen Beitrag!

Hautveränderungen im Gesicht

Speichelfluss beim Zahnen und Rötungen um den Mund

Beim Zahnen durchbrechen die neu wachsenden Milchzähne das Zahnfleisch. Dies ist eine normale Entwicklungsphase für Dein Baby. Der erste Zahn eines Babys erscheint meist im Alter zwischen 5 und 7 Monaten. Manche Babys bekommen ihren ersten Zahn etwas früher, andere etwas später.

Die 2 mittleren unteren Zähne kommen oft als erstes. Dann die mittleren 4 oberen Zähne. Bis zum Alter von ca. 2 ½ Jahren sind dann meist alle Milchzähne, 20 an der Zahl, vorhanden.

Begleitend zum Durchbrechen der ersten Zähne kommt es häufig zum vermehrten Speicheln. Die Kinder stecken ihre Finger oder Hand häufiger in den Mund. Aber auch ohne einen neuen Zahn nehmen Babys gerne Dinge in den Mund. Dies verteilt auch den Speichel auf der Haut, welcher dann die Haut irritieren kann. Die Haut erscheint dann rot und gereizt. Meist ist die Haut um den Mund und, durch Herunterlaufen von Speichel, auch die Haut am Hals betroffen.

Das Durchbrechen der Zähne kann auch schmerzhaft sein und zu geschwollenen Bereichen am Zahnfleisch führen. Es kann hilfreich sein, Deinem Baby dann einen kühlschrank-kalten Beißring anzubieten. Ist das Problem sehr ausgeprägt, können auch schmerzlindernde Haftgels oder Medikamente angewendet werden.

Die Haut um den Mund kann durch eine vorsichtige Reinigung und Anwendung einer hautschützenden Pflegecreme vor übermäßiger Irritation geschützt werden.

Rote Punkte um den Mund von Baby

Hautrötungen um den Mund

Bekommt Dein Baby bereits Beikost, können neben dem Speichel auch Nahrungsbestandteile zu Hautrötungen / roten Flecken um den Mund führen. Meist handelt es sich hier nicht um echte Allergien, insbesondere dann nicht, wenn nur lokale Rötungen um den Mund vorhanden sind. Verschiedene Nahrungsmittel wie Tomate oder bestimmte Früchte können in der Haut, mit der sie Kontakt haben, Histamin freisetzen oder ähnliche irritierende Wirkungen haben. Hierdurch werden feine Hautgefäße mehr durchblutet und die Haut erscheint rot und irritiert. Dieser Prozess ist ebenfalls harmlos und abhängig von der Menge und Dauer des Kontaktes. Eine Behandlung muss in der Regel nicht erfolgen.

Urtikaria / Nesselsucht

Ausschlag und Quaddeln am Arm von Baby

Selten können nach Nahrungsaufnahme auch echte allergische Reaktionen auftreten. Diese sind meist ausgeprägter und führen typischerweise kurz (wenige Minuten) nach Kontakt mit / oder Verzehr des betreffenden Nahrungsmittels zu ausgedehnteren Reaktionen z.B. mit Entstehung von Quaddeln auch an anderen entfernteren Körperstellen. Wir sprechen dann von einer Nesselsucht bzw. Urtikaria. Gleichartige Reaktionen können aber auch einmal im Rahmen eines ansonsten harmlosen Infektes auftreten. Durch den Kinderarzt kann in diesen Fällen eine Einordnung und Therapie erfolgen.

Pickel auf Babys Haut

Im ersten Monat können sich Papeln und Pickel auf der Haut, vor allem im Gesicht Deines Babys entwickeln. Hierbei wird zwar meist von Neugeborenenakne gesprochen, jedoch verbergen sich unterschiedliche Ursachen hinter den kleinen Pickelchen.

Eine echte Akne ist vermutlich seltener als eine Reaktion der Haut auf die Besiedlung mit Hefen (Haarbalgentzündung durch Pityrosporum-Besiedlung) oder eine überschießende Entzündungsreaktion der talgdrüsenreichen Areale (seborrhoische Dermatitis s.u.).

Bei all diesen Reaktionen können kleine Pickel, teilweise auch gelblich gefüllte Pusteln entstehen. Nur bei der echten Neugeborenenakne kommt es aber auch zum Auftreten von zusätzlichen Mitessern (Komedonen).

Allen diesen Hautveränderungen gemeinsam ist, dass stark fettende Cremes, Salben oder Öle zur Pflege den Befund im Gesicht verschlechtern können. Hier sollten nur leichte und vornehmlich wasserhaltige Pflegeprodukte angewendet werden. Die meisten dieser frühen Hautveränderungen müssen aber nicht behandelt werden und verschwinden im Verlauf der ersten 2-3 Monate von selber.

Rötungen und Flecken in der Windelregion

Gründe eines wunden und juckenden Baby Popos – Windelausschlag

Entzündliche Reizungen im Windelbereich kommen bei fast allen Säuglingen und Kleinkindern irgendwann einmal vor.

Die häufigste Form ist eine sogenannte irritativ-toxische Windeldermatitis, bei der durch ungünstiges Umgebungsmilieu: Stuhl, Urin und Keime eine irritative Entzündung der Haut entsteht. Dieser Windelausschlag / die Windeldermatitis ist häufig und geht mit roten Flecken und entzündeter Haut am Po und seitlichen Genitalbereich Deines Babys einher. Stark ausgeprägt können die Stellen auch einmal nässend und offen sein. Auch Juckreiz oder ein schmerzhafter Befund kann bestehen, was sich in Unruhe und Weinen beim Windelwechsel äußern kann.

Ursachen sind die noch sehr empfindliche Hautbarriere und besonders eine längere Durchfeuchtung und Stuhlkontakt mit der Haut (z.B. bei nicht so häufigem Windelwechsel) sowie eine Schädigung des Säureschutzmantels der Haut. Auch Reibung ist zusätzlich reizend.

Die Rötungen befinden sich bei dieser Form der Windeldermatitis typischerweise im Bereich der Haut-Windel-Kontaktstellen. Direkte Hautfalten sind oft nicht oder nur wenig betroffen.

Die Windeldermatitis kann verstärkt werden durch:

  • Langen Kontakt mit nassen, ggf. verschmutzten Windeln, auch z.B. bei Durchfall oder sehr häufigem Stuhlgang.
  • Scheuern und Reibung bei schlecht passenden Windeln oder enger Kleidung.
  • Zusätzliche Irritation durch Änderung der Stuhlkonsistenz oder -zusammensetzung z.B. bei Einführung neuer Nahrung oder Infekten.
  • Irritation durch Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten oder Hautreinigungsprodukten.
  • Fehlbesiedlung von Hautkeimen, z.B. nach einer Therapie mit Antibiotika (kann auch zur Begünstigung und Vermehrung von Hefen wie Candida auf der Haut mit folgendem Windelpilz führen).

Komplikationen der Windeldermatitis können bakterielle und Candida-Infektionen auf der vorgeschädigten Haut sein. Auch eine Pigmentverschiebung der Haut kann durch die Entzündung entstehen, was bei stärker pigmentierten Hauttypen häufiger der Fall ist.

Windelausschlag vorbeugen

Der beste Weg, um einen Windelausschlag zu vermeiden, besteht darin, den Windelbereich sauber und trocken zu halten. Ein paar einfache Strategien können helfen, einer Windeldermatitis vorzubeugen:

  • Windeln häufig wechseln: Entferne nasse oder stuhlgefüllte Windeln möglichst umgehend. Wenn Dein Kind in der Kinderbetreuung ist, bitte die Mitarbeiter, dasselbe zu tun. Einmalwindeln mit superabsorbierenden Eigenschaften sind hier Stoffwindeln überlegen.
  • Wasche den Windelbereich nach jedem Windelwechsel mit warmem Wasser und ggf. Zusatz eines schonenden Hautreinigungsmittels. Unterwegs können auch sensitiv Feuchttücher verwendet werden. Unnötige Zusätze wie z.B. Duftstoffe sollten dabei vermieden werden.
  • Tupfe die Haut vorsichtig mit einem sauberen Handtuch trocken oder lasse sie an der Luft trocknen. Stärkeres Reiben ist nicht sinnvoll.
  • Anschließend kann auf den Bereich eine Windelpflegecreme oder -paste aufgetragen werden. Puder sollten nicht verwendet werden. Ist der Befund hochrot und / oder nässend sind Pasten, die einen gewissen Anteil Wasser/Feuchtigkeit aufnehmen können, hilfreich. Bei wenig geröteter oder unauffälliger Haut im Windelbereich können pflegende Windelcremes, Zinksalben oder auch eine weiche Zinkpaste verwendet werden.
  • Wasche Dir nach dem Windelwechsel selber gut die Hände, um ggf. vorhandene Keime nicht auf andere Körperteile zu verteilen.
  • Die Windel sollte nicht zu eng anliegen. Dicht aber locker. Dies lässt mehr Luftzirkulation zu und vermeidet zusätzlich irritierendes Reiben.
  • Wenn es die Zeit erlaubt, lass Dein Baby auch einmal ohne Windel. Die Haut der Luft auszusetzen ist ein natürlicher Weg, sie trocknen zu lassen. Wenn Dein Baby dabei auf einem großen Handtuch spielt und krabbelt, sind mögliche „Unfälle ohne Windel“ unproblematisch.

Wenn sich die Haut Deines Babys nach ein paar Tagen Behandlung zu Hause nicht bessert, sollte ggf. ein Arzt aufgesucht werden. Möglicherweise besteht dann ein zusätzliches Problem oder eine andere Ursache oder die Therapie benötigt ein ggf. zusätzliches verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung.

Windelausschlag am Oberschenkel von Baby

Windelpilz / Windelsoor

Manchmal liegt bei Rötungen im Windelbereich eine Pilzinfektion durch Hefen vor. Hefen befinden sich als Keime in unserer Umgebung und auch auf unserer Haut. Manchmal können diese Hefepilze sich aber so stark vermehren, dass eine Hautinfektion entsteht. Der von einer Windel bedeckte Bereich ist dafür gefährdet, da er warm und feucht ist und einen guten Nährboden für Bakterien und Hefen darstellt. Typisch sind hier auch die Hautfalten betroffen und um die Falten herum bzw. zum Rand der Entzündungsfläche hin bestehen dann kleine Pickelchen und Pusteln (Satellitenherde). Der ursächliche Keim ist in der Regel Candida albicans. Zusätzlich zur Therapie, wie sie auch bei einer irriativen Windeldermatitis erfolgt, wird jetzt auch eine Antipilzcreme oder -paste zur Behandlung notwendig.

Besteht ein Windelpilz, sollte der Mund des Kindes ebenfalls angeschaut werden. Auch hier können Hefen einen Belag an der Zunge und den Wangen verursachen. Dies sollte dann mitbehandelt werden.

Trockene Babyhaut

Nachdem Dein Kind auf die Welt gekommen ist, verliert seine Haut zunächst sehr viel der Feuchtigkeit, welche im Mutterleib durch das Fruchtwasser in der oberen Hautschicht vorhanden war. Die Umstellungsprozesse an die nun trockene Umgebung führen in den ersten Tagen nicht selten zu einer Abschuppung an Händen, Füßen und ggf. auch am gesamten Körper. Diese natürliche Abschuppung (auch physiologische Desqamation), welche meist in den ersten 10 Lebenstagen vorkommt, ist harmlos und muss nicht behandelt werden. Durch eine milde Pflegecreme kann der Zustand aber verbessert werden.

Empfindliche und gerötete Babyhaut

Die Haut ist insbesondere in den ersten Lebensmonaten noch vermehrt barriereempfindlich. Die äußere Hautschicht ist noch durchlässiger als dies bei älteren Kindern der Fall ist. Zudem treffen unterschiedliche neue äußere Umgebungsfaktoren auf die Haut.

An talgreicheren Arealen wie auf der Kopfhaut und im Gesicht oder an warm-feuchten Hautbereichen und Hautfalten können, vermutlich durch ein vermehrtes Auftreten von ansonsten ungefährlichen Hautkeimen wie bestimmten Hefen, auch Hautrötungen entstehen. Dies wird als seborrhoische Dermatitis bezeichnet.

Seborrhoische Dermatitis

Gründe & Auftreten der seborrhoischen Dermatitis

Baby mit seborrhoischer Dermatitis/ Kopfgneis auf dem Kopf

Die kindliche seborrhoische Dermatitis ist eine häufige Hauterkrankung bei Säuglingen, die typisch in den ersten 1-3 Lebensmonaten auftritt und normalerweise rasch meist schon nach Wochen, ggf. max. nach 6 bis 12 Monaten, abklingt. Betroffen sind vor allem die Kopfhaut als Kopfgneis oder der Windelbereich, manchmal Augenbrauen, Stirn, Schläfen und der Bereich um die Nase sowie Ohren. Selten kann die Haut auch flächig betroffen sein.

Die seborrhoische Dermatitis der Kopfhaut beginnt damit, dass die Kopfhaut mit fettigen, gelblichen, wachsartigen Schuppen überzogen ist. Die Augenbrauen können schuppig sein, aber auch Stirn und Hautfalten können gerötet sein.

Ist die Kopfhaut stark betroffen, die Schuppung eher trocken, die unterliegende Haut stark gerötet und es besteht Juckreiz kann auch einmal eine frühe atopische Dermatitis/Neurodermitis vorliegen. Insbesondere dann, wenn auch eine positive Familienanamnese für Allergien besteht. Man spricht hier dann von Milchschorf.

Im Windelbereich ist bei der seborrhoischen Dermatitis in der Regel die Leiste (Hautfalten – im Gegensatz zur irritativen Windeldermatitis) betroffen. Auch hier können die Rötungen flächiger sein. Es können kleine, weiße Hautschuppen vorhanden sein. Durch die feuchte Reibung der Windel gehen diese aber oft ab und hinterlassen eine gerötet mehr glänzende Haut. Die Rötung kann sich bis in die Hautfalten an den Oberschenkeln, um Genitalien und am Gesäß ausdehnen.

Auch am Körper können leicht rote, schuppende, nicht juckende Stellen vorhanden sein.

Als Ursache für die seborrhoische Dermatitis wird angenommen, dass eine vermehrte Talgproduktion und eine Besiedlung mit Hefekeimen (Malassezia) vorliegt. Die seborrhoische Dermatitis ist aber nicht ansteckend, auch wenn Keime unser Immunsystem anregen, vermehrte Entzündungsreaktionen auszubilden.

Jede Entzündung an der Haut führt zu einer zusätzlichen vermehrten Empfindlichkeit der oberen Hautschicht und dies kann selten eine Hautinfektion zum Beispiel durch Candida-Keime erleichtern. Klinisch bestehen dann meist neben der flächigen Rötung im Randbereich kleine Pusteln und Papeln.

Auch bakterielle Superinfektionen, insbesondere in Hautfalten sind möglich.

 

Behandlung der seborrhoischen Dermatitis

Die seborrhoische Dermatitis ist nicht gefährlich und die betroffenen Kinder haben keinen Juckreiz und sind nicht beeinträchtigt. Insbesondere bei weniger ausgeprägten Formen muss keine Therapie erfolgen und ein spontanes Abklingen innerhalb weniger Wochen bis einiger Monate ist zu erwarten.

Bei Säuglingen, bei denen der Zustand nicht von selbst abklingt, können einige einfache Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden:

  • Anwendung wenig fetter, mehr wasserhaltiger Cremes (keine Fettcremes oder Salben)
  • Vorsichtige Hautreinigung mit milder Babyreinigungslotion oder mildem unparfümierten Babyshampoo.
  • Massiere die Kopfhaut sanft mit den Fingerspitzen, um Krusten und überschüssige Schuppen zu entfernen ohne dabei aber stärker durch Reiben zu irritieren.
  • Mit einer weichen Bürste können vorsichtig Schuppen gelöst werden.
  • Schuppen können auch vorab durch die Anwendung von fetten Cremes oder Ölen (nur direkt vor dem Baden anwenden) angelöst werden, wodurch ein Entfernen erleichtert wird.
  • Hautfaltenbereiche und der Windelbereich sollten sauber und trocken gehalten werden.
  • Ein regelmäßiger Windelwechsel ist auch beim seborrhoischen Ekzem, wie bei der Windeldermatitis eine richtige Maßnahme.

Ist die Entzündung einmal sehr ausgeprägt können auch weitere Maßnahmen wie leicht antientzündliche Lotionen oder gegen Hefen arbeitende Präparate vom Arzt verschrieben werden.

Atopische Dermatitis / Säuglingsneurodermitis

Gründe & Auftreten der Säuglingsneurodermitis

Bestehen trockene Rötungen mit Schuppung und kommt es zusätzlich zu juckenden oder nässenden Befunden kann auch ein Übergang oder das Vorliegen einer atopischen Dermatitis/Neurodermitis vorhanden sein. Gerade in den ersten Lebensmonaten kann der Juckreiz auch noch wenig ausgeprägt sein, was die Unterscheidung zur seborrhoischen Dermatitis erschwert. Auch ein zeitgleiches Bestehen oder ein Übergang von seborrhoischer Dermatitis und atopischer Dermatitis ist möglich.

Baby mit Säuglingsneurodermitis auf den Wangen

Betroffen sind bei der atopischen Dermatitis oft zunächst die Wangen. Jedoch können grundsätzlich alle Bereiche des Körpers Stellen aufweisen. Bei Säuglingen sind oft noch nicht die später typischen Stellen wie z.B. die großen Beugen betroffen. An den Armen und Beinen finden wir auch an den Streckseiten entzündete Haut. Der Windelbereich hingegen, ist im Unterschied zur seborrhoischen Dermatitis, meist nicht betroffen.

Bei der atopischen Dermatitis ist die Ursache eine von Geburt angelegte, vermehrt empfindliche Hautbarriere. Unterschiedliche Faktoren in der Umgebung: die bakterielle Hautbesiedelung, Reibung, Schwitzen, Irritation durch Speichel, Seifen, vermehrte Austrocknung durch trockene Winterluft oder nach dem Schwimmen u.v.m. führen zu einer regelmäßigen Reizung des in der Haut liegenden Immunsystems. Fangen diese Abwehrzellen an zu reagieren, entsteht eine Rötung und Schuppung der Haut sowie meist begleitender Juckreiz. Wir bezeichnen diese Veränderungen als Ekzem. Eine Therapie sollte hier immer erfolgen, da es sich um eine Hauterkrankung handelt, welche bei Belassen der Entzündung zunehmende Probleme (Schlafstörung, Kratznarben, Hautinfektion) verursachen kann. Durch die Reaktion wird unter anderem ein Teufelskreis gestartet: die vermehrte Hautempfindlichkeit führt durch Irritation zunächst zu Entzündung – die Entzündungsreaktion wiederum schädigt die Hautbarriere weiter – hierdurch kommt es wiederum zur leichteren weiteren Irritation und damit oft Verstärkung der Symptomatik. Dieser Vorgang kann bei langer Bestandsdauer chronisch werden.

 

Behandlung der Säuglingsneurodermitis

Bei betroffenen Kindern ist eine regelmäßige Basistherapie der Haut wichtig. Durch Baden mit hautschonenden Reinigungslotionen oder Badeölen (dies kann gerne täglich erfolgen), immer gefolgt von einer Hautbarriere-verbessernden Pflegecreme, wird die vermehrt empfindliche Hautbarriere zusätzlich stabilisiert. Ist ein entzündeter Bereich der Haut vorhanden, kann hiermit allein oft aber der oben genannte Teufelskreis nicht durchbrochen werden. Ziel der Basistherapie ist vor allem vorzubeugen, dass keine neuen Ekzeme entstehen. An Körperstellen, an denen trotz einer regelmäßigen Basispflege Ekzeme weiter vorhanden sind, sollte durch Deinen Arzt auch eine antientzündliche Therapie erfolgen. Wird hierdurch die Entzündung kontrolliert, kann die Haut wieder besser ihr natürliches Gleichgewicht einnehmen und kann damit besser durch die o.g. Basistherapie stabil gehalten werden.

Bei Kindern, die zu atopischen Ekzemen neigen, wird es aber erwartungsgemäß gerade in den ersten Lebensjahren wiederholt zu Entzündungsstellen kommen, da neue Irritationen je nach Umgebungssituation mal stärker, mal weniger stark vorhanden sind. Mit dem Älterwerden Deines Kindes nimmt die Hautstabilität zu und die Neigung zu Ekzemen bessert sich.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit der Abgabe der Bewertung erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie einverstanden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass alle Bewertungen von uns genehmigt werden müssen, um unangemessene Inhalte zu verhindern.*